Anime Intros: 11 top Openings, die euch begeistern werden!

Es gibt sie einfach. Diese gewissen Anime Openings, die man nie wegklicken kann. Intro überspringen? Auf gar keinen Fall! Diese 90 Sekunden wilder Szenenabfolgen, unterlegt mit der so passenden Musik, ernähren die Seele des wahren Otakus, sind Futter für seinen Willen, in die fantastische Welt der japanischen Popkultur abzutauchen. Was wären manche Serien schon ohne ihre fabelhaften Soundtracks, die zum Mithören, Versinken und Tagträumen einladen…? Bevor ich noch weiter ins Schwelgen komme – hier ist meine Top 11.

Achtung: Es handelt sich hierbei nicht um eine Bestenliste. Ich könnte mich eigentlich für keines dieser Lieder entscheiden, will sie nicht in eine Reihenfolge zueinander stellen, sondern so vorstellen, wie ich sie kennen und lieben gelernt hab: einzigartig und »mind blowing«. Die Aufzählung dient nur der leichteren Übersicht.

1. Maximum the Hormone – What’s up, People?

マキシマム ザ ホルモン (Maximum the Hormone) ist eine japanische Nu-Metal-Band, die ihren ganz eigenen Stil hat. Genregrenzen? Gibt es nicht. Selbstironie? Grundmotto. Abwechslung? Hat man in jedem Lied etwa vier Mal, da alle vier Mitglieder mal mehr, mal weniger in die Rolle des Lead-Sängers schlüpfen. Wer Musik hören will, wie er sie noch nie gehört hat, dem sei das sympathische und quietschfidele Quartett aus 八王子 (Hachiōji) wärmstens ans Herz gelegt. Vor harten Gitarren und markdurchdringenden Screams sollte der geneigte Zuhörer allerdings nicht zurückschrecken.

Woher man die Band kennt? Als Opening Act des Anime-Klassikers »Death Note«. Das Lied gibt es in annehmbarer Qualität auch in seiner Vollversion auf YouTube.

 

2. Yōsei Teikoku – Kuusou Mesorogiwi

妖精帝國 (Yōsei Teikoku / Feenwald) ist … undefinierbar. Irgendwas zwischen Rock, Metal, Gothic und Progressive. Die Band existiert seit 1997, gegründet in Tokio durch Sängerin Yui Itsuki. Das musikalische Spektrum ist breit, die visuelle Kommunikation stets im Sinne der Gothic-Lolita-Ästhetik. Dunkel und mit viel Spitze muss es sein, dazu eine spindeldürre Sängerin mit milchweißem Teint. Die Single 空想メソロギヰ (Kuusou Mesorogiwi) wurde als Opening einer meiner Lieblingsanimes mit Suchtpotenzial verwendet:  »未来日記« (Mirai Nikki / The Future Diary).

Das hektische Grundthema des Songs, gepaart mit der kindlichen Stimme der Sängerin spiegelt vor allem die Ambivalenz der Anime-Protagonistin Yuno Gasai wieder, deren Naturell im Sekundentakt zwischen verliebtem Teenager und psychotischer Killerin wechselt (Stichwort: Yandere). Die Vollversion des Songs gibt’s bei YouTube.

 

3. nano – No pain, no game

Wer mich kennt, der weiß, dass ich zu etwa 90 % meiner Zeit Metal oder Metalcore höre. Dennoch nenne ich eine japanische Pop-Rock-Sängerin meine Lieblingssängerin. Mit ihrer rauen Stimme, ihrer mitreißenden Energie und ihren verträumten Melodien eroberte ナノ(nano) mein Herz im Sturm. Zum ersten Mal hörte ich sie im Outro des wenig bekannten und relativ schlechten Animes »Magical Warfare«. Kurze Zeit später begegnete sie mir im Opening der ebenfalls recht unbekannten Serie »BTOOOM!« mit ihrem Song »No pain, no game« wieder. Da war es um mein Herz geschehen.

Nano mixt komplexe Gitarrensolos mit interessanten Synthesizer-Geräuschen und elektronischen Klängen, die in ihrem Zusammenspiel die japanische Popkultur personifizieren: Laut, bunt, ein wenig edgy. Fun fact: Erst zu ihrem 5-jährigen Bühnenjubiläum gab sie bekannt, eine Frau zu sein. Davor zog sie sich stets ihre Hoodie-Kapuzen so tief ins Gesicht und kleidete sich so androgyn, dass die Fangemeinde rätselte, ob nano weiblich oder männlich sei.

Übrigens: 2017 habe ich ein Konzert von nano im Tokioter Toyusu Pit besucht. Obwohl nano nicht die bekannteste Artistin ist, hat sie Menschen aus aller Welt angelockt: Amerikaner, Filipinos, Malayen, Koreaner, Spanier, Iren, Ghanaer und mich. Ich kann jedem nur raten, bei seinem Besuch in Japan ein Konzert zu besuchen, Musikrichtung egal. Bessere Soundqualität selbst bei relativ unbekannten Künstlern bekommt ihr nirgendwo anders.

 

4. Nothing’s Carved in Stone – Out of Control

Ein Lied, wie es meine Gefühle für Tokio nicht besser ausdrücken könnte. Wie oft bin ich durch die überfüllten Straßen Shinjukus gelaufen oder habe mich durch die Menschenmassen in Shibuya gedrückt – und mir dabei dank »Out of Control« bewusst gemacht, dass ich hier gerade meinen Traum lebe? Gefühlt tausende Male. Bei Zeiten kamen mir die hell erleuchteten, nächtlichen Straßen der Metropole vor wie die wahr gewordenen Szenerien der Kult-Serie »サイコパス« (Psycho Pass).

Die Detektiv-Reihe spielt in einem fiktiven Tokio – aber das Opening von Nothing’s Carved in Stone lässt die Emotionen der Serie unverfälscht und real erscheinen. Mit epischen Gitarrenriffs und einer sehr warmen Singstimme verzaubern die vier japanischen Vollblutmusiker ihre Hörer durch und durch. Taku Muramatsu überzeugt dabei übrigens mit einer fehlerfreien englischen Aussprache.

 

5. Ling Tosite Sigure – Unravel

Gut, ich wollte nicht werten und keine Bestenliste führen, aber es ist, wie es ist: Müsste ich die Anime-Serie mit dem besten Soundtrack überhaupt küren, wäre es »Tokyo Ghoul«. »Tokyo Ghoul« ist generell mein absoluter Lieblingsanime. Ästhetisch gezeichnet, dramatischer Plot, gute Kampfszenen, bewegend und verleitet zum Mitfiebern. Und letzteres schafft die Serie nicht zuletzt durch ihren Soundtrack on fleek. Die Musikauswahl ist perfekt auf jede Szene abgestimmt.

Kein Wunder, dass für das Anime Opening ein fulminanter Auftakt her musste. Mit »Unravel« wurde dieser Drahtseilakt allerdings zu einem lauen Spaziergang durch den Park. Der Song stammt von einem Rock-Trio aus さいたま (Saitama), 凛として時雨 (Ling Tosite Sigure). Die Musiker lassen Einflüsse des Metal, Progressive, Pop, Rock und Electro in ihre Stücke einfließen. Der sanfte und kindlich wirkende Gesang wird dabei immer wieder von rauen Screams unterbrochen. Am Ende entsteht so ein einzigartiges Werk, das seinesgleichen sucht.

 

6. Mell – Red Fraction

Mit den fünf Ladies der »Black Lagoon« ist nicht zu spaßen – schießwütig, skrupellos, sexy. Wer denkt, da könne kein Song wirklich mithalten, der irrt. Der ultra-moderne Electro-Touch von »Red Fraction«, der lasziv verzerrte Gesang und die weltkluge Aura der Sängerin MELL machen Revy und Balalaika ohne größere Probleme Konkurrenz.

MELL ist eine eher unbekannte Sängerin aus Sapporo, die Anfang der 2000er Bekanntheit in Japan erlangte. 2006 folgte dann das Opening der Anime-Serie »Black Lagoon«, das ihr zu größerer Bekanntheit verhalf. In letzter Zeit ist es zwar wieder ruhig um die hübsche Japanerin geworden, ihren großen Wurf 2006 werde ich allerdings nie vergessen – oder müde, ihn mir immer wieder anzuhören.

 

7. Origa – Inner Universe

Einer der ersten international erfolgreichen Anime-Filme der Welt und ein Begründer des Science-Fiction-Animegenres – »Ghost in the Shell« flößt Ehrfurcht ein. Schließlich ist es diesem Klassiker aus dem Jahr 1995 zu verdanken, dass japanische Popkultur den Weg aus dem Inselreich herausfand und einem größeren Publikum im Westen zugänglich wurde. 2017 folgte ein Live-Action-Remake mit Scarlett Johansson, der den Origialtrack in Teilen wiederverwendete.

Der kam 1995 von der in Japan kommerziell erfolgreichen russischen Sängerin オリガ (Origa / Olga) und lautete »Inner Universe«. In diesem Song mixt Origa ihre Muttersprache Russisch mit Latein, Japanisch und Englisch. Unterstützt wird der träumerische Charakter des multilingualen Werks von Origas engelsgleicher Stimme und abenteuerlichen Synthesizer-Sounds. Leider verstarb das Ausnahmetalent 2015 an Lungenkrebs in Kanagawa.

Tipp: Wer sich überzeugen will, dass Origa kaum von Autotune unterstützt wurde, sollte sich dieses Acapella-Video ansehen.

 

8. Fear, and Loathing in Las Vegas – Virtue and Vice

Zurück zu den härteren Tönen. Fear, and Loathing in Las Vegas ist, trotz des für viele gewöhnungsbedürftigen Chaos-Core-Sounds, gar keine so unbekannte Band. Die vier verrückten Jungs aus 神戸 (Kobe) waren mit ihrem Track »Let me hear« als Opening Act der berühmten Anime-Serie »Parasyte the Maxim« zu hören. Allerdings hatte ich vorab schon einen Anime gesehen, der sie als Intro featurete: »Brynhildr in the Darkness«, eine relativ unbekannte Serie.

Die letzten beiden Episoden des Anime wurden von dem Song »Virtue and Vice« eröffnet. Hier wechseln sich harte Screams mit Autotune-Clean-Gesang und Synthesizer-Klänge im wilden Durcheinander ab. Heraus kommt: nichts für schwache Nerven. Wer sich nicht auf ein geballtes Kauderwelsch aus Farben und Tönen einlassen will, hört bei »Virtue and Vice« besser weg.

 

9. TK – Karthasis

Ihr dachtet, ihr hättet »Tokyo Ghoul« hinter euch gelassen? Weit gefehlt. Das zweite Opening der dritten Staffel. »Tokyo Goul:re« stammt vom Sänger der Band Ling Tosite Sigure, TK. Und erneut schaffte es der hübsche Japaner mit seiner außergewöhnlichen Stimme und dem Track »Katharsis« mit Leichtigkeit in die Herzen der Tokyo-Ghoul-Fans. Seine Stimme, die zwischen hohem Clean-Gesang und rauen Screams wechselt, könnte die innere Zerissenheit des Protagonisten Ken Kaneki nicht besser porträtieren.

Wer ist Kaneki? Ist er Haise Sasaki? Ist er ein Mensch? Oder ein Ghoul? Oder ist er der einzigartige Mischling, der selbst nicht weiß, welche Bedeutung seine Existenz für die Welt hat? TK hat mit »Katharsis« einen Song geschaffen, der genau diese sinnstiftenden Fragen verkörpert – und zum fulminanten Ende eine seelische Reinigung initiiert, die Klarheit über das Dasein schafft.

 

10. Goya no Machiawase – Hello Sleepwalkers

Tatsächlich gibt es kaum eine Band, keine Musik und eigentlich keinen Musikclip, der Protagonist Yato besser treffen würde als es 午夜の待ち合わせ (Goya no Machiawase) mit »Hello Sleepwalkers« tut. Das bunte Durcheinander, die locker-lässigen Gitarrenriffs und das von elektronischen Ups und Downs durchzogene Lied trifft den Charakter des lausigen Gottes im Trainingsanzug wie ein Nagel auf den Kopf.

Wenn es sein muss, ist Yato bitterernst und bereit, sein Leben für die, die er liebt, zu opfern. Meistens ist er allerdings ein Hallodri sondergleichen, der unbeschwert in den Tag hineinlebt und sich um nichts – um wirklich gar nichts – anständig kümmert. Den vollständigen Song inklusive originalem Musikclip gibt es bei YouTube.

 

11. Masayoshi Oishi – Clattanoia

Ich würde lügen, würde ich behaupten, »Overlord« jemals angesehen zu haben. Hab ich nicht. Mein Freund hat es. Das einzige, was ich von dem Anime je mitbekommen hab, ist sein Intro. Das hat es allerdings in sich: Es wirkt abenteuerlich, spannend, schnell, emotional. Scheint zu einem klassischen Shōnen-Anime gut zu passen, ließ aber auch mich sofort aufhorchen und Gefallen daran finden.

Der leicht rockige Charakter des ansonsten poplastigen Songs vollbringt das gewisse Etwas vor allem durch Masayoshis dominante Stimme. Es wäre nicht das erste Mal, dass ich durch ein Anime Opening, das mir gefällt, früher oder später auch noch die Serie ansehe. Ähnlich ging es mir mit »Zetsuen no Tempest« – ein relativ langweiliger Anime (mit so viel unausgeschöpftem Potenzial!) mit einem bombigen Soundtrack von Nothing’s Carved in Stone. Wer weiß…? Vielleicht wird »Overlord« demnächst auch mal über einen Bildschirm flimmern.

 

Anime Openings: Musik aus einer anderen Welt

Man könnte dieser Liste jetzt vorwerfen, dass sie nicht vollständig ist – wie es keine Liste jemals ist. Natürlich fehlen hier die phänomenalen Intros von Guilty Crown, Deadman Wonderland, Death Parade und Blue Exorcist. Aber man kann eben keine unendliche Liste führen. Und so habe ich mich für meine persönlichen Lieblinge entschieden. Weil sie mich zum Tagträumen verleiten und immer wieder faszinieren. Sie kommen aus einer anderen Welt und lassen mich Teil dieser sein.

Was meint ihr? Welches Anime Opening darf für euch in keiner Bestenliste fehlen?

2 thoughts on “Anime Intros: 11 top Openings, die euch begeistern werden!

  1. Hey 🙂 Tatsächlich gehört ich zu den Menschen, die sich NULL mit Anime auskennen. Umso interessanter war es doch für mich, jetzt mal für ein paar Minuten in diese Welt einzutauchen! 🙂
    Danke dafür 🙂

    Liebste Grüße,
    Carmen xx

  2. Toller & vor allem sehr spannender Beitrag! 🙂

    „Reichtum, Macht & Ruhm der Mann der sich dies‘ alles erkämpft hat war Gold Roger der König der Piraten. Als er hingerichtet wurde waren seine letzten Worte…“ – One Piece

    Das Opening meiner Jugend & immer noch eins der Openings die mir bis heute Gänsehaut verpassen.

    Liebe Grüße
    Vanessa

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