Hallo, ich bin Jasmin.

Man kann sich mich wie eine Flasche Bier auf einer eleganten Cocktailparty vorstellen: alle meiden mich, allen ist mein Bauch peinlich, keiner gibt gern zu mich zu mögen, aber hinterrücks wünschen sich alle, sie wären jetzt lieber in der versifften Rockerkneipe nebenan als hier auf unbequemen High Heels und in viel zu engen Kleidchen den Spießroutenlauf der sozialen Erwünschtheit durchzujoggen und könnten mich sprudelnd runterwürgen. Ich bin vielleicht auch nicht gerade ein Spaziergang im Park – die Kalorien und der Kater sind zwar ’ne hübsche Alliteration, aber Poesie braucht im Alltag ja schon lange keiner mehr – aber zumindest machen mir moralische Dehnbarkeit und Saucenflecken auf der liebsten Jogginghose nichts aus. Ich bin kein sonderlich netter Mensch, manchmal allerdings mit einer Prise Liebesbedürftigkeit gespickt, insgesamt aber doch ein nie lächelnder Indie-Band-Drummer-Verschnitt mit stark mephistophelischem Einschlag. Mein Gesicht ist nicht gerade ästhetisch, wenn möglich sind es mein Privatleben und mein Interieur noch weniger. Kein hübscher Neubau mit skandinavischen Möbeln im Beton-Chic-Minimalismus, lediglich 6 Quadratmeter renovierungsbedürftiger 70er-Jahre-Bau. Standard Tokioter Gossen-Chic für viel zu viel Miete eben. Ich hab also nicht sonderlich viel und ich kann auch kaum was. Außer Worte. Mit Worten kann ich eigentlich ziemlich gut und gehöre zu der Art hirnverbrannter Romantiker, die denken, mit Worten könne man Menschen erreichen. Ich kann mit Worten nur so gar nicht, wenn ich mich selbst objektiv beschreiben soll. Dann kommen immer so gequollene Standardfloskeln raus, die weder mir noch Euch Spaß machen. Mich lernt man besser anders kennen. Betrunken. Oder durch Bildsprache. Und die Bilder… die kommen derzeit aus Japan.