A Day in the Green | Okutama

Als Inbegriff des schönen zusammengesetzten Substantivs »Naherholungsgebiet« bietet  奥多摩 (Okutama) seinem Besucher genau das, was er neben der Hektik und den Menschenmassen Tokios sucht: Stille, Leere, Natur. Mit Ausnahme einiger verstreuter Rentner kreuzt einem auf den geschlängelten Wanderrouten keine einzige Seele den Weg. Dafür gibt es Wanderfalken zu beobachten, wundersame Blumen zu bestaunen und einzigartige Schluchtlandschaften zu entdecken… und massenweise Insekten. In Japan ist ja generell alles irgendwie kleiner als bei uns – Menschen, Rentiere, Autos… außer Insekten, die müssen natürlich riesig sein. Schaben haben hier locker Daumengröße und können zu allem Überfluss auch noch fliegen. Bienen werden doppelt so groß wie die herkömmliche mitteleuropäische Hummel. Motten sind größer als Zitronenfalter und pechschwarz. Kann man mögen, muss man nicht. Ich mag’s nicht. Aber ich ertrage es. Für die hübsche Natur und den atemberaubenden Ausblick tue ich fast alles. Sogar 8 km von der Station bis zu berühmten Lake Okutama laufen. Der Bus fährt hier ausgesprochen selten und ich habe ihn bei meiner Ankunft leider gerade so verpasst. Also werden die Beine in die Hand genommen und es geht über Hügel und Brücken immer ein wenig bergauf zu dem künstlichen Stausee. Zugegeben, ich habe schon schönere Seen gesehen. Aber es geht ja um den Gesamteindruck. Und der war toll.

E ine vollkommen andere Welt – und trotzdem noch Tokio

Okutama befindet sich ca. 90 Minuten von meiner Heimatstation Ogikubo entfernt. Ich kann mit meiner Linie einfach bis dort hin fahren und darf immer faul sitzen bleiben. Die Menschen um mich herum werden immer weniger. Die Wenigen, die bleiben, haben – wenn überhaupt – weißes Haar und ordentliche Wanderschuhe an. Während ich mich später mit meinen Sneakern auf den Weg mache, fahren die Rentner in Outdoorbekleidung mit dem Taxi zum See. Eigentlich steht auf meinem Programm ja auch noch die Nippara Limestone Cave. Aber als ich am See bin, muss ich feststellen, dass der einzige Bus, der zu der einzigartigen Höhle führt, bereits abgefahren ist. Na gut, dann eben beim nächsten Besuch. Nach Okutama kann ich ruhig noch einmal kommen, es ist immerhin noch Tokio. Also zumindest Präfektur Tokio. Dabei ist es eine vollkommen andere Welt. Während in Tokio die Wolkenkratzer aus Stahl und Beton den Blick auf den Horizont versperren, türmen sich in Okutama saftig grüne Berge vor mir auf. Tokio hat eben doch mehr Gesichter als man meint. Und weil dieses so idyllisch ist, hüpfe ich auch mal wieder etwas vor die Kamera. Mein neues Kleid gefällt mir nämlich gerade so gut.

 

6 thoughts on “A Day in the Green | Okutama

  1. Danke für diesen schönen Beitrag – ich habe Freunde in Tokyo, die relativ in der Nähe am Rand von Tokyo wohnen und dort oft am Wochenende wandern gehen. Und die schwärmen immer beim Skypen davon – jetzt kann ich mir darunter etwas vorstellen. 😉

  2. Schöner Beitrag und noch viel schönere Bilder!
    Gefällt mir echt super und man kann sich gleich etwas darunter vorstellen. Unglaublich, dass es so ein Stück Land so nah bei Tokyo gibt – wusste ich gar nicht.

    Liebe Grüße,
    Lena von lenajbecker.com

  3. Ein toller Beitrag und die Fotos dazu finde ich sehr schön.
    Ich war noch nie in Japan. Stelle es mir aber toll vor.
    Das es so ein schönes Stück Land in der nähe von Tokyo gibt, finde ich interessant.
    Liebe Grüße Michelle von beautifulfairy

  4. Oh wow sieht echt toll aus!
    Danke für den schönen Beitrag:) Ich war leider noch nie in Japan, hoffe aber, dass ich die nächsten Jahre mal dort hinreisen kann:)

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